Skitour: Brandjoch Ostrinne

5. April 2021
Innsbruck, Arzl
Unterwegs mit: Lukas Waldner

Das Brandjoch, der formschöne Berg oberhalb von Innsbruck, bietet einige anspruchsvollere Skitourenmöglichkeiten an. Wir hatten schon länger die Route über die markante Ostrinne mit Abfahrt über die Osthänge im Kopf.


 
















Das Brandjoch mit Ostrinne in Bildmitte (rechts: Rot Aufstieg, Grün Abfahrt)

Von Lukas' Zuhause in Arzl geht es mit dem Radl los in Richtung Höttinger Alm. Start gemütlich um 4:30 Uhr -  immernoch früh aber verhältnismäßig human für so eine Frühjahrsskitour. Der Vorteil wenn man sich eine lange Anfahrt spart, und direkt von der Haustüre losgehen kann. Bedenkt man, dass die Sonne bereits nach Sonnenaufgang den Schnee der Ostrinne erwärmt, wollten wir trotzdem nicht zu Spät los.

Wir konnten bis auf ca. 1200m schneefrei fahren, danach mussten die Räder immer wieder über diverse Schneefelder geschoben werden, bevor wir sie dann unterhalb der Alm deponierten und es auf Ski weiterging. All das bei Dunkelheit, Zeit und Weg vergehen wie in Trance.


Start in Arzl

Als dann endlich die Sonne aufgeht, können wir unseren weiterweg bereits gut erahnen. Von Innsbruck aus gesehen sieht die Südostrinne vermeintlich lang, steil und wahrscheinlich gerade deshalb so verlockend aus. Im Endeffekt ist sie aber wirklich ganz human - ~550hm lang; erst 40, dann 45° relativ durchgehende Steigung. Erst ganz am Ende, je nach Variante, steilt es bis zu 50 ° auf. Perfektes Wadltrainingsgelände also. Wir verzichteten auf Seil und Gurt, nahmen aber zur Sicherheit 2 Pickel mit - es wäre auch mit einem gut gegangen. Voraussetzung für eine sichere Begehung ist natürlich rechtzeitiges Aufbrechen, und eine gute Abstrahlung. Die Nacht zuvor war klar und die Luft trocken, dazu herrschten auch noch verhältnismäßig kalte Temperaturen vor - wir hatten wirklich den perfekten Trittschnee und einen massiven Deckel in der Rinne. 


In der Rinne

Nach einer kurzen Pause am Gipfel stiegen wir ein Stück den Ostgrat ab, welcher etwas überwechtet im Winter wirklich deutlich anspruchsvoller ist als der gemütliche Sommerweg - hier haben wir etwas mehr Zeit benötigt, und so begonnen wir unsere Abfahrt erst eine halbe später als geplant. Trotzdem genossen wir über den Dächern von Innsbruck von der Einfahrt (~2400m) bis zur Höttinger Alm eine gewaltige Abfahrt in perfektem Firn!





Eine wirklich sehr abwechslungsreiche, anspruchsvollere und längere Skitour direkt vor der Haustüre - was mag ma mehr? 

Facts: 
~ 25km
~ 1900hm
Unser Zeitbedarf: >~ 7h

Material dabei: 
Steigeisen, 2 Pickel

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Hochtour: Überschreitung von Ortler, Zebru und Königsspitze

Alpinklettern: Schüsselkarspitze - Locker vom Hocker

Alpinklettern: Rebitsch-Spiegl mit Vertical Tango Ausstieg